Der Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein legt in unserem Bundesland verbindliche Pläne mit Festlegungen zur Raumordnung auf Landesebene fest.
Öffentlichkeitsbeteiligung bei zwei wichtigen Planungsverfahren
Am 17. Juli 2025 befasste sich die Stadtvertretung Bargteheide mit zwei wichtigen
Planungsverfahren auf Landesebene. Diese betreffen sowohl den Entwurf der neuen
Regionalpläne als auch die Fortschreibung des Kapitels zur Windenergie im
Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein. Beide Verfahren befinden sich derzeit in
der zweiten Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung. Die Entscheidungen, die jetzt
vorbereitet werden, haben unmittelbare Auswirkungen auf unsere Stadt und ihr Umfeld.
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Gute Entwicklungen für Bargteheide
In der Stellungnahme der Stadt finden sich mehrere aus Sicht der WfB begrüßenswerte
Punkte. Dazu zählen der geplante Lückenschluss der innerörtlichen Verbindungsstraße,
der Neubau von Rettungswache und Polizeistation, die langfristig geplanten dritten und
vierten Bahnquerungen sowie die Erweiterung des Gewerbegebiets Ost. Auch die
angestrebte Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs und des Radwegenetzes halten
wir für sinnvoll. Diese Planungen unterstützen wir ausdrücklich.
Kritik an der Windkraftplanung
Die WfB kann den geplanten Kriterien für die Ausweisung weiterer Windkraftflächen in
Schleswig-Holstein nicht zustimmen. Für Bargteheide besteht das Risiko, dass die
derzeitige Potenzialfläche am Glindfelder Weg zur Vorrangfläche wird. Bereits im
vergangenen Jahr hatten wir beantragt, die Mindestabstände zwischen Windkraftflächen
und Wohnbebauung sowie zu Nistplätzen geschützter Arten wie dem Rotmilan zu
vergrößern. Leider wurde dieser Antrag von einer Mehrheit aus SPD, Grünen und CDU
abgelehnt. 4
Der Abstand zum Rotmilan wurde in der Planung inzwischen mehrfach reduziert. Lag er
zunächst bei 2000 Metern, sieht der aktuelle Entwurf nur noch einen Soll-Abstand von
1200 Metern vor. Rechtlich verbindlich ausgeschlossen sind Windräder sogar erst ab
500 Metern.5 Aus Sicht der WfB ist das zu wenig und wird dem Artenschutz nicht
gerecht.
Darüber hinaus bestehen erhebliche Bedenken in Bezug auf die Auswirkungen auf das
Landschaftsbild, mögliche gesundheitliche Belastungen durch Schall oder Schattenwurf
und die fehlende Netzstabilität aufgrund der schwankenden Einspeisung von
Windstrom.
Photovoltaik-Flächen: sinnvolle Nutzung ja, aber nicht überall
Im Raum Bargteheide sind aktuell 487 Hektar für Photovoltaik-Freiflächen vorgesehen. 6
Diese Flächen befinden sich häufig auf fruchtbarem Acker- oder Weideland. Aus Sicht
der WfB ist dies der falsche Weg. Wir fordern, landwirtschaftliche Nutzflächen und
Grünzüge zu erhalten und stattdessen bereits versiegelte Flächen, wie Dächer, stärker zu
nutzen. Jeder soll, soweit es für ihn wirtschaftlich ist, Photovoltaik nutzen können. Der
Ausbau erneuerbarer Energien darf aber nicht auf Kosten des Naturschutzes und der
Allgemeinheit erfolgen.
Herausforderungen im Stromsystem nehmen zu
Die derzeitige Ausbaupraxis führt zu einer Reihe von Problemen. Ohne ausreichende
Speicher- und Netzkapazitäten bleibt die Einspeisung aus Wind- und Solaranlagen
wetterabhängig und damit unzuverlässig. Die Strompreise steigen, obwohl sinkende
Kosten versprochen wurden. Gleichzeitig wächst die Zahl der Abschaltungen bei
Stromüberschuss, was wirtschaftlich und ökologisch problematisch ist.
Ein Fachbeitrag von Professor Heralt Schöne im Focus7 beschreibt diese Problematik
sehr deutlich. Er spricht sich für eine Energieversorgung aus, die sich am tatsächlichen
Bedarf orientiert und das System als Ganzes im Blick behält. Das bisherige „parasitäre
Verhalten der Solar- und Windparks“ müsste beendet werden.
Die Position der WfB
Die Wählergemeinschaft für Bargteheide erkennt die Notwendigkeit einer
klimafreundlichen Energieversorgung an. Wir setzen uns für eine verantwortungsvolle,
naturverträgliche und bürgernahe Umsetzung ein. Aus unserer Sicht gehören dazu:
- größere Abstände von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung und zu geschützten
Lebensräumen - eine konsequente Priorisierung versiegelter Flächen bei der Photovoltaik
- ein sinnvoller Ausbau der Netze und Speicher zur Stabilisierung des
Energiesystems und ein Zurückfahren der übermäßigen Subventionierung - eine ehrliche Abwägung zwischen Klimaschutz und dem Schutz unserer
Landschaft und Lebensqualität
Wir werden die aktuellen Planungsverfahren weiterhin kritisch begleiten und uns dafür
einsetzen, dass die Interessen der Menschen in Bargteheide ernst genommen werden.
Gerhard Artinger (Vorsitzender der WfB)

